100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Breitungen (1902-2002)
den Ortschroniken von Breitungen ist zur erfahren, dass um 1669 in
Frauenbreitungen 8 lederne Eimer, Feuerleitern und Feuerhaken, in Altenbreitung
10 lederne Eimer, ein Haken und eine Leiter vorhanden waren.
In den Jahren 1893/94 teilte sich die Feuerwehr der beiden Ortsteile. Richard
Heller wurde Brandmeister in Frauenbreitungen und Peter in Altenbreitungen. 1898
erlosch das Feuerwehrleben. Richard Heller trat als Brandmeister zurück und
übergab Karl Leyh das Amt. Infolge von Differenzen mit dem Bezirksbrandmeister
Koch (Bad Salzungen) sah sich auch Leyh gezwungen, sein Amt niederzulegen. Die
Feuerwehr drohte ganz zu zerfallen.
Um 1900 fanden sich in Breitungen einige Männer zusammen, denen die Feuerwehr am
Herzen lag.
Dies
waren: Karl Zimmermann; August Leyh; Christoph Leyh; Karl
Leyh
Am 04. August 1902 fand die Gründerversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im
Gasthaus "Zur Linde" in Frauenbreitungen statt. Als Kommandant wurde August Leyh
gewählt, als Schriftführer Christoph Leyh, als Kassierer Karl Leyh. Spritzen-
und Zeugmeister wurde Karl Zimmermann. Als Mitbegründer dürfen wir auch noch
folgende Männer ansehen:
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Friedrich Artus
- Karl Artus
- August Bachmann
- Karl Friedrich Bauer
- Friedrich Bauer I
- Ferdinant Bauer |
- Valtin
Beck
- August Heymel
- Karl Heller
- Christian Köhler
- Ernst Kümpel
- Bernhard Leimbach |
- August
Leinhas
- Karl Adam Leyh
- Rudolf Neumann
- Friedrich Ranft
- Christian Raßbach
- Friedrich Reum |
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Richard Reum
- Karl Reum I
- Karl Reum II
- Ferdinant Reum
- Kaspar Friedrich Scharfenberg
- Richard Schmidt
- Karl August Zimmermann |
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Der I.
Weltkrieg forderte auch von der Feuerwehr Opfer. Von den 97 Mitglieder standen
82 im Feld. 13 blieben draußen; waren gefallen oder vermisst. 8 Männer kehrten
als Invaliden zurück. Nach Beendigung des Krieges nahm die Feuerwehr ihre
Tätigkeit wieder auf. 1922 trat sie dem Thüringer Feuerwehrverband bei. Da
August Leyh 1924 zum Bezirksbrandmeister ernannt wurde, wählte man Karl Bachmann
zum Ortskommandanten. 1925 wurde auch im Ortsteil Altenbreitung wieder eine
Feuerwehr gegründet. Infolge der Vereinigung beider Orte wurde die dortige
Feuerwehr mit der in Frauenbreitungen (welche bereits bestand) verschmolzen, so
dass es jetzt die Züge I und II gab. Ortsbrandmeister wurde 1927 Hugo Herr.
Brandmeister im Zug I Wilhelm Heymel, im Zug II Schrumpf, später Heinrich
Eberlein. 1927 zählte die Feuerwehr 107 aktive Mitglieder. Die Kommandostelle
Herrenbreitungen gehörte damals noch nicht zur Gemeinde Breitungen, sondern war
noch selbstständige Gemeinde.
Im Oktober
1938 erhielt sie die polizeiliche Befugnisse. Sie hieß deshalb nun
Feuerlösch-Polizei.
Für die Dauer des II Weltkrieges wurde im Oktober 1939 aus jungen Burschen eine
Jugendfeuerwehr gegründet und ausgebildet. Als Pumpmannschaft wurden junge
Mädchen herangezogen. Während des Krieges hatte jedes Haus eine eigene
Feuerlösch-Polizei und eigenen Feuerlöschmittel sowie Gerätschaft. Der
faschistische Krieg hatte auch seine Spuren in den Reihen der Freiwilligen
Feuerwehr hinterlassen. Viele Mitglieder wurden Opfer. Andere hatte die Lust
verloren und waren durch die vielen Kriegsjahr zu ermüdet, um in den Reihen der
FFW weiter zuarbeiten. Die im Territorium vorhandene Ausrüstung und Technik
wurde zum Teil geplündert und viele Unterlagen vernichtet. Es bestand die
Notwendigkeit, die Feuerwehr mit neuem Leben zu erfüllen, um den Schutz der
Bürger Breitungens zu gewährleisten. Diese Notwendigkeit erkannten aber nur
wenige Bürger (in Altenbreitungen 5 Mann, in Frauenbreitungen 10 Mann und in
Herrenbreitungen 6 Mann). Der Aufbau und die Ausbildung der FFW in den drei
Ortsteilen ging zögernd und mit großen Schwierigkeiten voran. In den folgenden
Jahren wurde systematisch am weiteren Aufbau gearbeitet und 1952, mit der
Eingemeindung von Herrenbreitungen, entstanden in Breitungen drei selbstständige
Kommandostellen. 1956 wurde Kamerad Herbert Pfannstiel als Wehrleiter für die
Gemeinde Breitungen berufen. Die Stärke der Wehr betrug damals 55 Kameraden.
Am 24. Dezember 1967 gab es eine Hochwasserkatastrophe in Breitungen. Die FFW
Breitungen wurde mit der Medaille für selbstlosen Einsatz bei der Bekämpfung von
Katastrophen ausgezeichnet. 1970 musste Kamerad Pfannstiel das Amt als
Wehrleiter aus beruflichen Gründen abgeben und es übernahm der Kamerad Manfred
Klinzing die Funktion.
Die politische Veränderung im Jahr 1989 waren auch für die FFW Breitungen
Anlass, sich mit anderen Kameraden jenseits der damals noch bestehenden Grenzen
in Verbindung zu setzen. Freundschaftliche Beziehungen haben wir noch heute zu
den Wehren aus Oberelsbach, Schwalbach- Griesborn und Schülla- Wemlinghausen.
Nach dem Mauerfalle 1989 fanden in der Feuerwehr Breitungen Neuwahlen statt.
Kamerad Klinzing musste das Amt des Wehrleiters an Kamerad Gehart Heller
(Altenbreitungen) übergeben.