Geschichtliches über die Breitunger Wehr

Den Ortschroniken von Breitungen ist zur erfahren, dass um 1669 in Frauenbreitungen 8 lederne Eimer, Feuerleitern und Feuerhaken, in Altenbreitung 10 lederne Eimer, ein Haken und eine Leiter vorhanden waren.
In den Jahren 1893/94 teilte sich die Feuerwehr der beiden Ortsteile. Richard Heller wurde Brandmeister in Frauenbreitungen und Peter in Altenbreitungen. 1898 erlosch das Feuerwehrleben. Richard Heller trat als Brandmeister zurück und übergab Karl Leyh das Amt. Infolge von Differenzen mit dem Bezirksbrandmeister Koch (Bad Salzungen) sah sich auch Leyh gezwungen, sein Amt niederzulegen. Die Feuerwehr drohte ganz zu zerfallen.
Um 1900 fanden sich in Breitungen einige Männer zusammen, denen die Feuerwehr am Herzen lag.

Dies waren: Karl Zimmermann; August Leyh; Christoph Leyh; Karl Leyh
Am 04. August 1902 fand die Gründerversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus "Zur Linde" in Frauenbreitungen statt. Als Kommandant wurde August Leyh gewählt, als Schriftführer Christoph Leyh, als Kassierer Karl Leyh. Spritzen- und Zeugmeister wurde Karl Zimmermann. Als Mitbegründer dürfen wir auch noch folgende Männer ansehen:

Der I. Weltkrieg forderte auch von der Feuerwehr Opfer. Von den 97 Mitglieder standen 82 im Feld. 13 blieben draußen; waren gefallen oder vermisst. 8 Männer kehrten als Invaliden zurück. Nach Beendigung des Krieges nahm die Feuerwehr ihre Tätigkeit wieder auf. 1922 trat sie dem Thüringer Feuerwehrverband bei. Da August Leyh 1924 zum Bezirksbrandmeister ernannt wurde, wählte man Karl Bachmann zum Ortskommandanten. 1925 wurde auch im Ortsteil Altenbreitung wieder eine Feuerwehr gegründet. Infolge der Vereinigung beider Orte wurde die dortige Feuerwehr mit der in Frauenbreitungen (welche bereits bestand) verschmolzen, so dass es jetzt die Züge I und II gab. Ortsbrandmeister wurde 1927 Hugo Herr. Brandmeister im Zug I Wilhelm Heymel, im Zug II Schrumpf, später Heinrich Eberlein. 1927 zählte die Feuerwehr 107 aktive Mitglieder. Die Kommandostelle Herrenbreitungen gehörte damals noch nicht zur Gemeinde Breitungen, sondern war noch selbstständige Gemeinde.

Im Oktober 1938 erhielt sie die polizeiliche Befugnisse. Sie hieß deshalb nun Feuerlösch-Polizei.
Für die Dauer des II Weltkrieges wurde im Oktober 1939 aus jungen Burschen eine Jugendfeuerwehr gegründet und ausgebildet. Als Pumpmannschaft wurden junge Mädchen herangezogen. Während des Krieges hatte jedes Haus eine eigene Feuerlösch-Polizei und eigenen Feuerlöschmittel sowie Gerätschaft. Der faschistische Krieg hatte auch seine Spuren in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr hinterlassen. Viele Mitglieder wurden Opfer. Andere hatte die Lust verloren und waren durch die vielen Kriegsjahr zu ermüdet, um in den Reihen der FFW weiter zuarbeiten. Die im Territorium vorhandene Ausrüstung und Technik wurde zum Teil geplündert und viele Unterlagen vernichtet. Es bestand die Notwendigkeit, die Feuerwehr mit neuem Leben zu erfüllen, um den Schutz der Bürger Breitungens zu gewährleisten. Diese Notwendigkeit erkannten aber nur wenige Bürger (in Altenbreitungen 5 Mann, in Frauenbreitungen 10 Mann und in Herrenbreitungen 6 Mann). Der Aufbau und die Ausbildung der FFW in den drei Ortsteilen ging zögernd und mit großen Schwierigkeiten voran. In den folgenden Jahren wurde systematisch am weiteren Aufbau gearbeitet und 1952, mit der Eingemeindung von Herrenbreitungen, entstanden in Breitungen drei selbstständige Kommandostellen. 1956 wurde Kamerad Herbert Pfannstiel als Wehrleiter für die Gemeinde Breitungen berufen. Die Stärke der Wehr betrug damals 55 Kameraden.

Am 24. Dezember 1967 gab es eine Hochwasserkatastrophe in Breitungen. Die FFW Breitungen wurde mit der Medaille für selbstlosen Einsatz bei der Bekämpfung von Katastrophen ausgezeichnet. 1970 musste Kamerad Pfannstiel das Amt als Wehrleiter aus beruflichen Gründen abgeben und es übernahm der Kamerad Manfred Klinzing die Funktion.
Die politische Veränderung im Jahr 1989 waren auch für die FFW Breitungen Anlass, sich mit anderen Kameraden jenseits der damals noch bestehenden Grenzen in Verbindung zu setzen. Freundschaftliche Beziehungen haben wir noch heute zu den Wehren aus Oberelsbach, Schwalbach- Griesborn und Schülla- Wemlinghausen. Nach dem Mauerfalle 1989 fanden in der Feuerwehr Breitungen Neuwahlen statt. Kamerad Klinzing musste das Amt des Wehrleiters an Kamerad Gehart Heller (Altenbreitungen) übergeben.